Erste Schritte zu regulärem Betrieb

Eine schrittweise Rückkehr zur „Normalität“ betrifft viele Personengruppen. Das sind Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte – vor allem auch Lehrkräfte, die Teil der sogenannten Risikogruppe sind – aber zum Beispiel auch Studierende. Entsprechend ihrer speziellen Situation haben sie ganz unterschiedliche Fragen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat für die einzelnen Personengruppen jeweils einen Fragekatalog mit Antworten bereitgestellt.

Seit dem 4. Mai haben einzelne Bildungseinrichtungen wieder geöffnet. Dies sind vor allem Schulen mit einem staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag. Der Unterricht findet sehr eingeschränkt statt (Kultusministerium Baden-Württemberg). Nur Klassen, die dieses oder nächstes Jahr eine Abschlussprüfung haben, gehen zur Schule. Im Unterricht und in den Pausen sind Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten. Die Bundesländer sind bei Entscheidungen zum Bildungs- und Erziehungssystem weitgehend unabhängig vom Bund. Das bedeutet, dass sie oft eigenständig handeln können. Deshalb kann es unterschiedliche Regelungen für die Schulen in den verschiedenen Bundesländern geben. Details finden Sie bei den zuständigen Kultmusministerien der Länder. Sie geben aktuelle Informationen auch über Pressemitteilungen heraus, wie zum Beispiel das Kultusministerium Baden-Württemberg.

Erste Erkenntnisse und Zahlen zum Lernen zu Hause liegen bereits vor. In einem Bericht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft werden u. a. folgende Fragen beantwortet:

  • Welche Altersgruppe lernt wie viele Stunden am Tag?
  • Welche Altersgruppe kommt mit dem Lernen zu Hause besser zurecht?
  • Wie beurteilen Schüler und Schülerinnen das Lernen zu Hause?
  • Welche Unterschiede gibt es zwischen Schülern und Schülerinnen, z. B. bei Sorgfalt oder Sorgen?

Der Bericht der GEW bezieht sich auf eine Studie, die vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest durchgeführt wurde.

Viele Familien oder Alleinerziehende, bei denen die Kinder im Moment zu Hause bleiben, haben zwei Herausforderungen: Erstens stellen sich oft die Fragen: Wie vereine ich die Arbeit mit der Kinderbetreuung? Wie kann ich meinem Kind beim Lernen helfen? Zweitens gibt es oft das Problem, dass Kinder zu Hause nicht lernen können, weil ihnen ein Computer oder ein Internet fehlt. Dieses Problem ist kein Einzelfall (Radioreportage aus dem Bayrischen Rundfunk) und betrifft viele Kinder und Familien (Artikel aus dem Tagesspiegel).

Welche Lösungen gibt es dafür?

  • Bei der schrittweisen Öffnung der Schulen werden nach Angaben der Kultusministerien auch benachteiligte Kinder gleich zu Beginn berücksichtigt (Kultusministerium Baden-Württemberg).
  • Einzelne Projekte, wie das Projekt LernBrücken, werden umgesetzt, um benachteiligte Kinder gezielt zu unterstützen. Über diese Projekte wird auch in der Presse berichtet, zum Beispiel im Tagesspiegel oder auf Deutschlandfunk. Allerdings sind diese Projekte oft auf bestimmte Orte beschränkt. Das Projekt LernBrücken gibt es im Moment nur an Schulen in Berlin. In Österreich wurde zum Beispiel das sogenannte Buddy-Modell der Bildungspsychologin Christiane Spiel vorgeschlagen.

Obwohl es viele Konzepte und einzelne Projekte gibt, bleibt die soziale Benachteiligung beim Lernen zu Hause eine Herausforderung für viele. Darauf weist auch unter anderem der paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg hin.

„Wie ist es mit der finanziellen Unterstützung, zum Beispiel durch BAföG?“ oder „Was passiert, wenn meine Prüfungen ausfallen und ich deshalb die Regelstudienzeit überschreite?“. Fragen wie diese stehen in der momentanen Situation oft im Vordergrund. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund geben bei solchen Fragen mit weiteren Verweisen Auskunft.

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