Alltag mit Kindern

Als Eltern sind Sie in der Verantwortung, Ihren Kindern durch die Krisenzeit Halt zu geben. Dafür ist es wichtig zu wissen, was Kinder in Krisen und Ausnahmesituationen brauchen.

Ausnahme- und Stresssituationen können Kindern Angst machen und ihnen Sorgen bereiten. Sie nehmen ihre Eltern dann mehr in Anspruch. Zum Beispiel suchen Sie mehr Körperkontakt oder können sich weniger selbst beschäftigen oder sie wollen wieder bei den Eltern im Bett schlafen.

Wenn die Eltern ängstlich und besorgt sind, dann kann es auch passieren, dass die Kinder diese Gefühle von ihren Eltern übernehmen. Sie reagieren dann selbst auch mit Angst, Unsicherheit, Anspannung und Nervosität, ohne genau zu wissen, warum.

 

Kinder brauchen in Krisensituationen:

  • Eltern (oder andere Bezugspersonen), die ruhig und selbstbewusst mit dem Corona-Virus umgehen. Das bedeutet, dass sich die Eltern soweit wie möglich entspannt und „normal“ verhalten.
  • mehr Bindung, zum Beispiel durch Kuscheln oder schöne gemeinsame Momente.
  • mehr Aufmerksamkeit, zum Beispiel durch aufmerksames Zuhören und nachfragen, wie es dem Kind geht.

All diese Dinge erzeugen bei Kindern ein Gefühl von Sicherheit. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Weltgesundheitsorganisation.

Zusätzlich bietet die Institution Nationales Zentrum Frühe Hilfen vom Bundesministerium für Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterschiedliche und konkrete Übungen und Anregungen für den Familienalltag mit Kindern.

Nicht immer wollen oder können Kinder von sich aus über Sorgen und Ängste sprechen. Daher ist es wichtig, dass wir Eltern mögliche Anzeichen dafür im Blick haben und achtsam sind.

Sorgen und Ängste äußern sich bei Kindern aufgrund des unterschiedlichen Alters und Temperaments verschieden.

Schauen Sie die folgende Liste ‘Umgang mit Kindern‘ an. Sie gibt Ihnen Informationen darüber, welches Verhalten oder Aussehen bei welcher Altersgruppe besonders auffällig ist.

Sie selbst kennen Ihr Kind am besten. Achten Sie auch darauf, ob Ihnen Veränderungen oder eigenartige Verhaltensweisen auffallen, zum Beispiel dass sich das Kind häufiger in sein Zimmer zurückzieht.

 

Wie kann ich mein Kind gut unterstützen und ihm Halt geben?

Als Eltern oder Bezugsperson können Sie dies vor allem auf drei Arten tun:

  • Durch einen festen Alltagsplan:Ein fester Alltag mit Ritualen und Routinen ist in Ausnahmesituationen wichtiger denn je. Kinder können dadurch oft ein Gefühl von Normalität bekommen:Geben Sie Ihrem Kind bzw. ihren Kindern eine Art „Menü“ aus Aktivitäten, die Spaß machen.Geben Sie den Kindern praktische Anleitung und binden Sie sie in Alltagssituationen ein, wie zum Beispiel Essen kochen.
  • Durch Schutz:Schützen Sie Ihr Kind bzw. Ihre Kinder, insbesondere vor Nachrichten über das Corona-Virus.Beschränken Sie die Informations- und Nachrichtenzeit auf ein Minimum. Nutzen Sie außerdem kindgerechte Nachrichtensendungen.
  • Durch Offenheit: Hat Ihr Kind Fragen zum Corona-Virus oder zu anderen Nachrichten, gehen Sie darauf ein. Erklären Sie in kindgerechter Sprache, was die Information bedeutet. Bleiben Sie ehrlich und sachlich. Hier können auch kindgerechte Nachrichtensendungen helfen.Erklären Sie Ihren Kindern auch die Veränderungen, die durch das Virus kommen, zum Beispiel das Tragen von Schutzmasken.Nehmen Sie sich Zeit für Gespräche mit Ihren Kindern. Hören Sie den Fragen, Sorgen und Ideen der Kinder aufmerksam zu. Diese Ideen können sie ganz unterschiedlich zum Ausdruck bringen, zum Beispiel auch durch Zeichnungen. Fragen Sie also ruhig nach, wenn Ihr Kind etwas malt oder zeichnet

Weitere Informationen finden Sie auf der folgenden Liste ‘Umgang mit Kindern‘.

Jüngere Kinder und Kinder, die weniger über das Sprechen oder Lesen verstehen, begreifen gezeichnete oder gemalte Erklärungen (zum Beispiel Karikaturen) besser. Sie können sich selbst zum Beispiel auch besser durch Zeichnungen ausdrücken.

Wichtig ist, dass die Kinder in ihrer Sprache erklärt bekommen, was die Informationen genau bedeuten. Über die Website der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) können Sie online kostenfrei auf ein Kinderbuch des systemischen Therapeuten Björn Enno Hermans zugreifen. Das Buch erklärt Kindern als Tiergeschichte den Ausbruch der Pandemie und die nachfolgenden Maßnahmen (Stand April 2020). Die Bücher inzwischen in über 20 Sprachen erhältlich.

Besprechen Sie auch mit jüngeren Kindern, in einfachen und sachlichen Worten, warum so vieles gerade anders ist als sonst. Erklären Sie auch, wenn Sie vielleicht im Moment weniger Geduld haben als sonst. Kinder nehmen schon sehr früh Gefühle und Stimmungen in ihrer Umgebung wahr. Wenn sie wissen, dass es nichts mit ihnen zu tun hat, dann kann das sehr entlastend sein. Nicht offen mit den Kindern zu sprechen, um diese nicht zu belasten, kann hier genau das Gegenteil bewirken.

Wenn Sie auf eine Frage keine Antwort wissen, dann geben Sie dies ruhig offen zu. Im Moment gibt es einfach Fragen zum Corona-Virus, auf die wir keine Antworten haben.

Auch an dieser Stelle gibt es eine Liste ‘Wie können Sie Kinder und Jugendliche unterstützen‘ für mehr Informationen und Tipps.

Viele Familien, was viele Alleinerziehende einschließt, sind mit der momentanen Situation überfordert, weil sie ohne Kinderbetreuung weiter ihr normales Arbeitspensum leisten müssen. Für viele erscheint das im Moment eine unmögliche Aufgabe. Auch bei Familien mit vielen, insbesondere noch kleineren Kindern, kann die Vereinbarung von Kinder und Arbeit schwierig sein.

Unterstützung für diese Menschen ist besonders wichtig. Eine Studie von der Universität Hildesheim hat gezeigt, dass die Schritte zur Minderung der COVID-19 Infektionszahlen vor allem Familien mit am meisten treffen.

Wenn keine Unterstützung im Familien- oder Freundeskreis möglich ist, können Angebote aus sogenannten Nachbarschaftshilfen unterstützen. Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite Wir gegen Corona oder nebenan.de.

Möchten Sie Unterstützung bei der Kinderbetreuung in Anspruch nehmen, dann sollten Sie Folgendes beachten:

Die Personen, die bei der Kinderbetreuung helfen, sollten nicht in vielen anderen Haushalten helfen. Auch sollten diese Personen nicht mit vielen anderen Personen Kontakt haben. Schließlich sollten die Personen keine weiten Wege in öffentlichen Transportmitteln zurücklegen müssen. Dadurch bleibt das Risiko einer Ansteckung mit Corona gering.

Ein Interview mit einem Epidemiologen vom Robert-Koch-Institut gibt mehr Informationen dazu, was zu beachten ist.

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