Arbeit

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen auch vor dem Arbeitsleben nicht halt. Sie bringen ganz unterschiedliche Herausforderungen mit sich. Für manche steigt die Arbeitsbelastung enorm an, zum Beispiel im Einzelhandel oder im medizinischen Bereich. Andere sind von Kurzarbeit betroffen oder haben Auftragsausfälle als Selbstständige. Für viele ändert sich die Arbeitsorganisation durch Homeoffice, manche müssen gleichzeitig die Kinderbetreuung organisieren.

Tipps für’s Homeoffice

Wenn Sie zuhause arbeiten, dann gibt es ein paar einfache, aber wirksame Tipps:

Gestalten Sie bewusst Ihren Arbeitsplatz.

  • Richten Sie sich, wenn möglich, einen festen Arbeitsplatz ein. Nutzen Sie diesen ausschließlich zum Arbeiten. Das hilft, Arbeit und Privatleben zu trennen. Wenn Sie zum Beispiel am Küchentisch arbeiten müssen, dann wählen Sie für das Arbeiten einen anderen Platz als für Essen etc. Auch das hilft, die unterschiedlichen Lebensbereiche zu trennen.
  • Achten Sie auch darauf, wie Sie sitzen. Sitzen Sie in einer möglichst gesunden und entspannten Haltung. Ändern Sie öfter mal die Sitzposition. Bewegen Sie sich regelmäßig zwischendurch. (Weitere Hinweise für einen gesunden Arbeitsplatz finden Sie zum Beispiel bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung)

Bleiben Sie in Kontakt.

  • Besprechen Sie im Team bzw. mit Ihrem oder Ihrer Vorgesetzten, welche Medien Sie für Besprechungen und die Weitergabe von Informationen nutzen möchten (zum Beispiel Telefon, E-­Mail, Video-Chats). Nutzen Sie möglichst nicht zu viele verschiedene Medien.
  • Klären Sie, zu welchen Zeiten Sie über welche Wege erreichbar sind bzw. sein müssen.
  • Pflegen Sie auch beim Arbeiten zuhause „Zwischendurch-Kontakte“ mit ArbeitskollegInnen. Führen Sie Rituale aus dem „normalen“ Arbeitsalltag fort. Das kann zum Beispiel in Form eines kurzen, täglichen Telefonats bei Arbeitsbeginn sein. Oder Sie treffen sich zu einer gemeinsamen Pause per Bildtelefonie. Oder Sie verabschieden sich zum Feierabend mit einer Nachricht. Wählen Sie das, was für Sie passt.

Planen Sie Ihren Arbeitstag.

  • Ein Vorteil von Homeoffice kann sein, dass die Arbeitszeiten flexibler gestaltet werden können. Legen Sie dennoch möglichst regelmäßige Arbeitszeiten fest.
  • Regelmäßige Pausen sind erwiesenermaßen wichtig, um konzentriert und effizient arbeiten zu können. Planen Sie also regelmäßige Pausen mit ein. Verbringen Sie diese nicht an Ihrem Arbeitsplatz.
  • Achten Sie darauf, Ihre Arbeitszeiten einzuhalten. Im Homeoffice arbeiten viele länger.
  • Machen Sie am besten einen Wochenplan, in dem die Arbeitszeiten und Pausenzeiten festgehalten sind. Nutzen Sie auch den Online-Kalender, damit Vorgesetzte und KollegInnen wissen, wann Sie erreichbar sind.
  • Besprechen Sie die Zeiten mit Ihrer Familie und Ihrem Umfeld. Lässt sich die Arbeit mit Ihrer familiären Situation vereinbaren? Könnten Sie diese Situation noch mehrere Wochen durchhalten? Falls nicht, scheuen Sie sich nicht, Unterstützung zu suchen. Trotz Kontaktbeschränkung gibt es dafür Möglichkeiten. Das kann durch ein Gespräch mit dem bzw. der Vorgesetzten sein. Oder durch Nachbarschaftshilfe.

Schaffen Sie eine Trennung von Arbeit und Privatem.

  • Bei der Arbeit zuhause fällt oft das „Abschalten“ schwerer. Hilfreich ist es hier, einen Arbeitsplatz einzurichten, der nur für die Arbeit genutzt wird. Im besten Fall ist das ein Arbeitszimmer, dessen Tür nach Feierabend geschlossen werden kann. Haben Sie keine Möglichkeit für einen extra Arbeitsplatz, dann können Sie dafür auch eine Tischseite oder einen Platz wählen, auf dem Sie sonst nicht sitzen.
  • Auch die Wahl der Kleidung hat psychologisch einen Einfluss darauf, ob Sie sich wie bei der Arbeit oder in der Freizeit fühlen. Es kann hilfreich sein, sich vor Beginn und nach Beendigung der Arbeit umzuziehen. Hierfür kann auch ein passendes Kleidungsstück ausreichend sein, zum Beispiel eine Bluse oder ein Hemd, je nach Arbeitsfeld.
  • Außerdem sind Rituale zu Arbeitsbeginn und -ende hilfreich. Das kann zum Feierabend das Wegräumen des Laptops und der Unterlagen sein oder das Schließen der Türe zum Arbeitszimmer oder das Abdecken des PCs mit einem Tuch. Seien Sie hier ruhig kreativ.

Weiterführende Informationen zum Thema Homeoffice, unter anderem zu IT, Sicherheit und Datenschutz oder zu rechtlichen Fragen, finden Sie zum Beispiel auf den Seiten der Initiative Neue Qualität der Arbeit.

Quellen: Gesundheitsförderung Schweiz, dureschnufe.ch, Landesinstitut für Arbeitsgestaltung Nordrhein-Westphalen

Arbeitsrecht und Arbeitsschutz in Zeiten von Corona

Viele Fragen zu Arbeitsrecht und Arbeitsschutz beantwortet das Ministerium für Arbeit und Soziales.

Führung und Leitung

Als Führungskraft sind Sie dazu verpflichtet, für die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden bzw. Ihres Teams zu sorgen.

Arbeitsschutzstandards:

–       Aktuelle Hinweise zu den Arbeitsschutzstandards, zu deren Umsetzung sowie zu verschiedenen Fragen zum beruflichen Umgang mit COVID-19 finden Sie zum Beispiel auf der Seite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Sorge für psychische Gesundheit:

Genauso wichtig wie der Schutz vor einer Ansteckung ist der Schutz vor einer psychischen Überlastung im Zusammenhang mit COVID-19.

Psychische Erkrankungen waren bereits im vergangenen Jahr der zweithäufigste Grund für Fehltage (Quelle: DAK Gesundheit. Es ist wahrscheinlich, dass dies durch die vielfältigen zusätzlichen Belastungen weiter zunimmt, zum Beispiel durch den Ausfall der Kinderbetreuung, die Vertretung erkrankter Kolleginnen und Kollegen, durch Freistellung, Verdienstausfälle, Jobunsicherheit, die Angst vor Ansteckung bei nicht eingehaltenen Hygienevorschriften im Betrieb, die Angst vor einer Abmahnung, wenn die Vorschriften nicht exakt genug eingehalten wurden oder lange Anfahrtswege für GrenzgängerInnen.

Wenn das gesamte Personal während dieser Ausnahmesituation vor chronischem Stress und einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit geschützt werden kann, wird es besser in der Lage sein, seine Aufgaben zu erfüllen. Denken Sie auch daran, dass die derzeitige Situation nicht von heute auf morgen gelöst sein wird. Sie sollten die längerfristige berufliche Kapazität im Blick haben, statt auf wiederholte kurzfristige Krisenbewältigung zu fokussieren.

Was können Sie für die psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tun?

  • Stellen Sie sicher, dass allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gute Kommunikation und genaue, aktuelle Informationen zur Verfügung stehen. Achten Sie gegebenenfalls darauf, die Informationen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung zu stellen. Nutzen Sie auch Möglichkeiten, „persönlich“ zu kommunizieren, zum Beispiel durch Videobotschaften. Hilfreich und Sicherheit gebend ist es, bei der Kommunikation eine Routine zu schaffen, zum Beispiel täglich zu selben Uhrzeit ein kurzes Update zu geben.
  • Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, in Kontakt zu sein. Fragen Sie nach, wie es Ihren Mitarbeitenden geht und geben Sie die Möglichkeit zu einem Austausch darüber, wie die aktuelle Situation der einzelnen ist. Nutzen Sie dafür zum Beispiel Online-Konferenzen, aber auch Einzelgespräche. Nicht alle persönlichen Schwierigkeiten werden im Gruppensetting offen angesprochen. Auch hier ist wieder eine Routine empfehlenswert, also feste Wochentage und Uhrzeiten einzuhalten. Selbst wenn es keinen großen Besprechungsbedarf gibt, sollte zumindest eine kurze Austauschrunde gemacht werden. Die Krisensituation ist für Führungskräfte sehr fordernd, häufig stehen zum Teil existenzielle wirtschaftliche Fragen und Herausforderungen im Vordergrund. Denken Sie dennoch auch an die Fürsorge für Ihre Mitarbeitenden. Die Unterstützung und den Rückhalt, den Ihre Mitarbeitenden jetzt in der Krisensituation von Ihnen bekommen, werden Sie langfristig vielfach durch Loyalität und Motivation zurückbekommen.
  • Stellen Sie geeignete technische Kommunikationsmittel bereit, um die Kommunikation im Team auch bei einer räumlichen Trennung gut zu ermöglichen. Hinweise dazu finden Sie zum Beispiel im Praxisratgeber „Führen und Kommunizieren in der Zeit von Corona / COVID-19“ der Fachhochschule Nordwestschweiz.
  • Initiieren Sie Partnerschaften zwischen neuen und erfahreneren Kolleginnen und Kollegen. Das „Buddy-System“ hilft, Unterstützung zu leisten, Stress im Blick zu haben und Sicherheitsverfahren zu verstärken. Gerade auch für Führungskräfte kann es in dieser Ausnahmesituation sehr entlastend sein, sich regelmäßig mit erfahrenen Kolleginnen oder Kollegen auszutauschen.
  • Ermöglichen Sie flexible Zeitpläne für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die indirekt betroffen sind. Stellen Sie sicher, dass sich die Kolleginnen und Kollegen rechtzeitig gegenseitig soziale Unterstützung leisten können, um z.B. von Hause ihre Tätigkeiten ausführen können.
  • Ermöglichen Sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Bedarf einen Zugang zu psychologischen Gesprächen und Beratung.
  • Seien Sie ein Vorbild. Auch leitende Personen sind mit ähnlichen Stressfaktoren konfrontiert wie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sehen sich möglicherweise zusätzlichem Druck durch ihre Führungsverantwortung in der Krisensituation ausgesetzt. Nutzen Sie die genannten Vorkehrungen und Strategien auch für sich selbst, seien Sie ein Vorbild für Selbsthilfestrategien zum besonnenen Umgang mit Ausnahmesituationen und zum Abbau von Stress.

Quelle:

Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung

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